Roadmovie
Flash ist Pflicht!

Community

"So ein Feuer ist etwas ganz Natürliches, etwas, an dem wir uns finden"

Peter Kessler

Roadmovie
Roadmovie

Die Erde versorgt den Menschen mit Nahrung. Das Wasser braucht er für den Flüssigkeitsbedarf und die Luft zum Atmen. Das Feuer als viertes Element liefert ihm die Wärme. Vor der Nutzbarmachung des Feuers war die Sonne des frühen Menschen einzige Wärmequelle.

Die Menschen lernten, dass das natürlich vorkommende Feuer aus Vulkanausbrüchen und Waldbränden nicht nur bedrohlich, sondern auch nützlich ist. Es spendet Wärme, Licht und Schutz. Sie entdeckten auch, dass angebratene Pflanzen und Tiere verzehrbar und schmackhaft waren.

Die Nutzbarmachung des Feuers und die Entwicklung des Kochens gingen Hand in Hand. Die ältesten entdeckten Feuerstellen sind 800'000 alt.  Die Konservierung von glühender Kohle, das Funkenschlagen und das Feuerbohren wurden von unseren Ur-Ahnen als frühe Kulturtechniken entwickelt.

In der Vorstellung der alten Ägypter wurde der Sonnengott Re abends von der Königin der Nacht, Nut, verschlungen und am morgen frisch wiedergeboren. Die Sonne der Nacht, das Feuer, war in prähistorischen Zeiten Frauendomäne. Die Frau war die Hüterin des Feuers.

Neben dem praktischen Nutzen übernahm das Feuer auch soziale und sakrale Funktionen. Es ist leicht vorstellbar, wie sich diese Menschen rund ums Feuer setzten, schweigend hineinschauten, sich angeregt unterhielten oder ergriffen ums Feuer tanzten. Entwickelten sich hier Sprache und ekstatische Religion?

Mit der Patriarchalisierung der Welt ging auch nach und nach die Trennung von sakralem Feuer und Kochfeuer vonstatten. Der Frau wurde dabei mehrheitlich der häusliche Herd zugewiesen, eine Tradition, die sich bis heute hartnäckig zu behaupten weiss.

Von Martin Buber stammt die Aussage, dass die Tradion des Lagerfeuers der Tradition der Pyramiden gegenüberstehe. Die nomadischen Stämme haben bis heute die Tradition des offenen Feuers weltweit erhalten, während die Sesshaften Mauern um die Feuerstellen errichtet haben.

Später vollzog sich in den Bauten der Menschen auch die Trennung von sozialem Feuer und Herdfeuer. Das soziale Feuer wurde fortan im Kamin entzündet, bis es später durch den Fernseher ersetzt wurde. Vermag dessen Flimmern die Menschen ebenso zu bannen wie der Blick ins offene Feuer?

Wo die Feuer gebannt sind, ist auch die Sexualität gebannt. Die machthabenden Schichten trachteten immer danach, den Menschen die freie Sexualität und Herrschaft über das Feuer zu verbieten. Die Hölle als Ort des Feuers schlechthin wurde zum Sinnbild für das infernalisch Böse aus der Unterwelt.

Das Feuer in der Mitte verbindet und schafft Gemeinschaft. Das Hüten eines nährenden Feuers hat grosse friedensstiftende Kraft. Da der unmittelbare Raum um ein Feuer relativ klein ist und grad Platz für einen Stamm bietet, ist diese Wirkung leider begrenzt.

Es ist zu befürchten – und mancherorts leider schon geschehen - dass das freie Feuer gänzlich verboten wird. Unser Traum: die Unesco erklärt die uralte Tradition des Lagerfeuers zum immateriellen, weltweit zu schützenden Kulturgut.