
Weltweit finden sich unzählige Mythen, Legenden und Märchen darüber, wie das Feuer zu den Menschen kam; fast jede Kultur hat eine eigene Version. Interessanterweise gibt es in den Mythen der semitischen Religionen, also Judentum, Christentum und Islam aber keinen diesbezügliche Geschichte, obwohl Jahwe vor der Monotheisierung ein Vulkangott war. Es gibt zwar Luzifer, den Lichtbringer, welcher aber, wie wir wissen, diabolisiert worden ist.
Im Europa vor der Christianisierung hingegen finden wir sowohl bei den Germanen, als auch bei den Kelten Feuerkulte. Die Germanen hüteten das heilige Herdfeuer, um geschützt zu sein. Sie entzündeten grosse Feuer, um sich rituell zu reinigen und sie brachten auf dem Feueraltar Opfer für die Götter dar. Die Kelten verehrten den heiligen Feuerkessel, ein Kult, der nach der Christianisierung als Mythos vom heiligen Gral weiterlebte. In der griechischen Mythologie war es Prometheus, der das Feuer von den Göttern stahl und es den Menschen brachte.
Aus Afrika, das ja der eigentliche Ort ist, wo die Menschen erstmals das Feuermachen lernten, stammt dieser Mythos von Xango. Das Besondere an diesem ist, dass hier die Götter das Feuer nicht einfach bringen (bzw. stehlen es, sich stehlen lassen), sondern eine Gegenleistung erwarten.
„In fernen Zeiten gab es einen Menschen, dem Oloum und Exu alle Geheimnisse der Welt zeigten, damit dieser das Gute und das Schlechte tut, wie er es grad versteht. Da dieser dadurch zu einem mächtigen Zauberer wurde, bestimmten jene Götter, die die Welt regierten, Obatala, Xango und Ifa, dass der Mensch allen Göttern ein grosses Fest darbieten soll. Nun bekamen diese als Opfer nur rohes und kaltes Essen. Sie wollten aber etwas anderes. Aber zu jener Zeit wussten die Menschen noch nicht, wie ein Feuer machen, und noch weniger, wie kochen. Wie der Mensch erkannte, dass er nicht in der Lage war, die Götter zu befriedigen begab sich dieser zur Kreuzung von Exu und bat diesen um Hilfe. Er wartete drei Tage und drei Nächte ohne dass ein Zeichen gekommen wäre. Aber dann hörte er ein Geräusch im Wald. Es waren Bäume, die über ihn lachten, indem sie ihre Äste aneinander rieben. Dem Menschen gefiel dieses Spiel überhaupt nicht und er flehte Xango an, dass dieser ihm helfe und Blitze über die Bäume senden solle. Von denso in Brand gesetzten Bäumen wurden Teile auf die Erde geworfen, wo sie verbrannten bis nur die glühende Kohle blieb. Der Mensch sammelte einige der Glutstücke ein und bedeckte sie mit Holzspänen und erstickte alles, indem er Erde darüber warf. Nach einiger Zeit machte er das Hügelchen auf und sah schwarze Stücke. Es war Kohle. Der Mensch legte die Kohlenstücke zwischen Steine und entzündete sie mit Glutstücken, die noch da war. Dann blies er in die Glut bis sich ein Feuer entzündete und auf diesem Feuer kochte er das Essen. So - inspiriert und beschützt durch Xango - erfand der Mensch den Herd und konnte die Bestellung der drei grossen Orixas befriedigen. Die Orixas assen das gekochte Essen und es schmeckte ihnen sehr. Sie erlaubten dem Menschen,fortan auch für sich selbst das Essen zu kochen“.