Roadmovie
Flash ist Pflicht!

Tradition

„Eigentllich sollte jeder Vater seinem Sohn das Feuermachen zeigen“

Josef Eder

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Aus dem „Handbuch für Outdoor-Guides"

von Hans-Peter Hufenus

"Ein Outdoor Guide sollte immer und unter jeder Bedingung Feuer machen können. Dazu gibt es viele Tricks und Tipps, Hilfsmittel und Techniken, die man in Pfadfinder- und Survival Büchern nachlesen kann. Was in diesen Büchern meistens nicht steht ist, dass wirkliches Können nur vom vielen Üben kommen kann. Hier die wichtigsten Punkte:

Holz brennt immer. Am besten brennt solches, das zwischen zwei und vier Jahren tot ist und an der Luft gelagert wurde. Dürre Äste sollte man von den Bäumen runterbrechen. Holz, das am feuchten Boden liegt, wird mit der Zeit morsch und ist dann mit Feuchtigkeit durchdrungen. Dürres Holz ist, auch wenn es in Strömen regnet, im Innern immer trocken. Speziell gut brennen Kiefern- und Birkenholz, letzteres selbst im grünen Zustand.

Holz kommt fast überall vor. Kocher sind also nur oberhalb oder nördlich der Buschgrenze nötig. Am Meeresufer findet sich Schwemmholz und in der Wüste finden wir Holz in Wadis und in den merkwürdigen Sandhaufen, die das Wurzelwerk ehemaliger Tamarisken einhüllen.

Das Feuer ist an der Flammenspitze am heissesten. Das Essen ist schneller bereit, wenn wir dies beim Kochen berücksichtigen. Da wir auf ein Trekking natürlich keine Aufhängevorrichtungen für die Pfannen mitschleppen, bedienen wir uns jener Technik, welche die alten Völker schon immer benutzten und die die Urform des Herdes darstellt: Wir stellen drei grosse Steine im Dreieck auf, sodass die Pfanne gut darauf steht, und machen dann das Feuer unter der Pfanne.

Als Hilfsmittel zum Feuermachen muss man nicht unbedingt Magnesium und andere künstliche Produkte mitführen, Birkenrinde und Harz sind genauso gut geeignet. Auch Kerzen sind sehr nützlich. Besonders gut wirkt auch folgendes, von uns entwickeltes Produkt:

Man trinke hie und da mit Freunden eine Flasche Wein und sammle die Korkzapfen in einem grossen Einmachglas, das mit Brennsprit gefüllt ist. Man wartet dann, bis die Korkzapfen durchfeuchtet sind; dann werden sie zu Scheiben geschnitten. Diese Scheiben legen wir in ein weiteres, auch mit Brennsprit gefülltes Einmachglas. Die Gummidichtungen der Einmachgläser müssen dranbleiben, sonst verdunstet der Sprit. Für unterwegs nehmen wir eine Handvoll der Korkzapfenscheiben in einem verschraubbaren und dichten Gefäss mit, das wir diesmal mit Petrol gefüllt haben (der Kork hat inzwischen genug Sprit aufgesaugt, das Petrol dient dazu, dass der Sprit nicht verdunstet). Es ist wichtig, dass das Gefäss verschraubbar ist, andere Verschlüsse können durch das Petrol ölig werden und sich von selbst öffnen.

In Bezug auf ein ökologisch korrektes Lagerfeuer gibt es verschiedene Haltungen. Der eine will gar keine sichtbaren Spuren hinterlassen und platziert das Feuer auf Steinen, auf Sand oder in eine Bodengrube. Der andere begnügt sich damit, dass die Feuerstelle nur so gross ist, wie sie tatsächlich gebraucht wird. Wenn keine Waldbrandgefahr besteht, sollte das Feuer eher nicht mit Wasser gelöscht werden, denn dies gibt einen matschigen Brei, der nicht nur für Nachfolgende unangenehm ist, sondern auch ziemlich lange keinen Pflanzenwuchs mehr zulässt. Am besten lässt man das Feuer frühzeitig vollständig herunterbrennen, sodass bei Verlassen des Camps nur noch Asche daliegt. Eine solche Feuerstelle ist schon in kurzer Zeit wieder überwachsen. Es ist zu hoffen, dass jene Gattung Männer, die Feuerstellen pinkelnderweise löschen, heute ausgestorben ist."

 

Handbuch für Outdoorguides

2. überarbeitete Auflage, 215 Seiten
Format 20 x 24 cm
20,- Euro/ 35,– sFr
Ziel Augsburg (2003)

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